Tag-Archiv | Historischer Roman

Buchrezension: „Das Haus in der Nebelgasse“ von Susanne Goga

Ich habe eine längere Auszeit genommen und viele Dinge in meinem Leben neu strukturiert. Jetzt bin ich bereit, um auch meinen Blog wieder intensiver betreuen zu können.

Den Anfang macht eine Buchrezension, ich lese gern und bin diesem Hobby in den letzten Wochen wieder verstärkt nachgekommen, da ich beim Lesen wunderbar abschalten kann.

Ich habe über randomhouse.de den Roman „Das Haus in der Nebelgasse“ von Susanne Goga kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen und meine Eindrücke folgen nun.

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Verlag: DIANA Verlag     Seiten: 447     ISBN: 978-3-453-35885-0     Preis: 9,99€

Zur Autorin

Susanne Goga, 1967 geboren, ist eine renommierte Literaturübersetzerin und Autorin. Sie wurde mit dem DeLiA-Literaturpreis sowie dem Goldenen Homer ausgezeichnet und ist seit 2016 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Mönchengladbach.

Zum Inhalt

London 1900: Matilda Gray ist Lehrerin an einer Mädchenschule und führt das Leben einer unabhängigen Frau. Als ihre Lieblingsschülerin Laura nicht mehr zum Unterricht erscheint, ahnt Matilda, dass diese in Gefahr ist. Zu plötzlich ist ihr Verschwinden, zu fadenscheinig sind die Begründungen des Vormunds. Eine verschlüsselte Botschaft, die ihr Laura auf einer Postkarte schickt, bringt Matilda auf die Spur des Mädchens. Ihre Suche führt sie zu dem Historiker Stephen Fleming und mit ihm zu einem jahrhundertealten Geheimnis, tief hinein in die verborgensten Winkel der Stadt…..

Der erste Satz: „London, Juli 1665, Katie wankte die Treppe hinunter, glitt aus und konnte sich gerade noch an den rauen Mauersteinen abstützen, sonst wäre sie gefallen.“

Mein Eindruck

Ich lese historische Romane mit großer Begeisterung, weil ich stets eine Zeitreise in fremde Epochen erleben darf. So auch hier: der Roman beginnt mit einem Prolog, welcher das London von 1665 vor meinem geistigen Auge lebendig werden läßt. Eine Zeit voller Entbehrungen und Schmerz, denn die Pest wütet.

Der darauf folgende Zeitsprung versetzt mich in das Jahr 1900. Ich treffe die junge Lehrerin Matilda Gray, welche an einer Mädchenschule unterrichtet. Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres verschwindet ihre Lieblingsschülerin Laura Ancroft spurlos…… Es folgt eine spannende Suche, wo jeder Lösungsschritt neue Rätsel zu Tage befördert.

Die Autorin versteht es perfekt, den Leser an die Hand zu nehmen und die ganze Erzählung erlebbar zu machen. Historisch detailierte Beschreibungen von Gebäuden, Straßen, Plätzen und Ereignissen sorgen für Lebendigkeit und machen alles authentisch.

Dieser Roman hat mir sehr viele unterhaltsame Lesestunden beschert. Besonders hat mir die Atmospährenvielfalt gefallen: geheimnisvoll, düster und dunkel auf der einen Seite und eine heiter, gemütliche Stimmung in Mathildas Wohnung.

Mein Urteil

Ein tolles Gesamtpaket. Hier passt alles zusammen. Der Titel spiegelt sich in der erzählten Geschichte wieder. Auch das Cover finde ich persönlich sehr ansprechend. Weiterhin findet man interessante Anmerkungen der Autorin zur Entstehung dieses Romans.

Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für eine großartige Erzählung um ein dunkles Geheimnis. Wer historische Familienromane liebt und sein Herz an die Stadt London verloren hat, kommt hier voll auf seine Kosten.

Es war ein Genuss der Sprache von Susanne Goga zu folgen: in sich stimmig, spannungsgeladen und detailverliebt. „DANKE!“ für diesen wunderschönen Roman, welchen man HIER bestellen kann.

 

Buchrezension: „Die Überlebenden von Sagunt“ ein Hannibal-Roman von Jonathan Lerros

Ich  habe in letzter Zeit wieder einige Romane beendet und möchte diese Plattform gern nutzen, um meine Lese-Eindrücke in Form von Rezensionen zu veröffentlichen.

Beginnen möchte ich mit einem historischen Roman, welcher in der Antike angesiedelt ist und ein historisch belegtes Ereignis beschreibt.

Die Überlebenden von Sagunt – Autor: Jonathan Lerros

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Verlag: Amazon Publishing     Seiten: 350     ISBN: 978-1-503-93992-9     Preis: 9,99€

Zum Autor

Jonathan Lerros  ist das Pseudonym des Schriftstellers Günter Krieger, der bereits mehr als zwanzig Historienromane veröffentlicht hat. Mit „Die Überlebenden von Sagunt“, Auftakt einer Reihe um das epische Ringen des Karthagers Hannibal gegen Rom, betritt er nun die Schlachtfelder der Antike. Lerros lebt mit seiner Frau in der Nähe von Köln.

Zum Inhalt

Die vierzehnjährigen Zwillingsgeschwister Eirene und Kimon haben Glück im Unglück: Ihre Heimatstadt Sagunt wird von kathargischen Truppen komplett zerstört, die Bewohner werden getötet oder versklavt. Doch Synbalos, der oberste Feldarzt der karthagischen Armee, ist den beiden wohlgesonnen und nimmt sie unter seine Fittiche. Kimon ist Feuer und Flamme für den Beruf des Wundarztes, Eirene wird die persönliche Leibdienerin der geheimnisumwitterten Dido, Besitzerin des vornehmsten Bordells der Stadt. Die Geschwister haben gerade erst damit begonnen, sich in ihrem neuen Leben einzurichten, als sie unwissentlich in ein von den Römern inszeniertes Mordkomplott gegen den Heerführer Hannibal hineingezogen werden….

Der erste Satz: „Iberien, 234 v. Chr., Maharbal war Hannibals bester Freund.“


Mein Eindruck

Ich lese historische Romane sehr gern und lasse mich in fremde Welten entführen. Bisher habe ich keinen Roman aus dieser Zeitepoche gelesen, umso mehr war meine Neugier geweckt.

Bereits das Cover in Verbindung mit dem Titel kurbelt meine Gedankenwelt an und ich kann mich auf eine spannende Reise in die Antike begeben.

Der Roman bezieht sich auf ein historisch belegtes Ereignis. Die Stadt Sagunt wird von den Karthager erobert und zerstört. Doch es gibt Überlebende, darunter die Zwillinge Eirene und Kimon. Während viele versklavt werden, dürfen die beiden Kinder einem Wundarzt zur Hand gehen….. Es beginnt eine fesselnde, sowie dramatische Geschichte. Alles geschieht vor dem Hintergrund der Streitigkeiten zwischen Rom und Karthago. Die vorherrschenden Lebensbedingungen und die Praktiken der Wunderte sind authentisch und verständlich niedergeschrieben. Der etwas zu moderne Schreibstil ist schnell und fließend lesbar und trägt zum Erfolg des Romanes bei.

Die Erlebnisse der Kinder wirken bedrückend, machen traurig. Die kriegerischen Auseinandersetzungen sind grausam und trotzdem informativ dargestellt. Auch das Thema Sklaverei wird von vielen Seiten beleuchtet und trotzdem gab es auch damals bereits Träume, welche wahr werden konnten.


Mein Urteil

Für mich ein sehr gelungener historischer Roman. Ich war fasziniert von den Schilderungen über Hannibals. Der Autor hat ein rundum zusammenhängendes und gut strukturiertes Buch vorgelegt, welches mir pures Lesevergnügen bereitet hat. Der Schluß ist offen gestaltet und Fragen werden nicht beantwortet, wann gibt es eine Fortsetzung??

Bei Interesse kann man das Buch HIER bestellen.

Buchrezension: „Die Rebellin von Mykonos“ von Martina Kempff

Und wieder habe ich einen Roman beendet. Meine Eindrücke zu „Die Rebellin von Mykonos – Der Traum vom freien Griechenland“ habe ich in folgenden Sätzen festgehalten.


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ISBN: 978-3-945025-42-0     Seiten:   400(Taschenbuch)     Preis:   13,90€

Verlag:   Ammianus Verlag

Zur Autorin

1950 in Stuttgart geboren, Weltenbummlerin und Heimat-
verbundene, Journalistin und Vollblutautorin …
Ihr Erstling „Die Marketenderin“ erschien 1998 im Weitbrecht
Verlag, seitdem folgten fünfzehn erfolgreiche historische und
zeitgenössische Romane, darunter die Eifelkrimis aus der Kehr
und die Romane über die Frauenschicksale rund um Karl den
Großen. Für die Neuausgabe der „Marketenderin“ stürzte sie
sich siebzehn Jahre später noch einmal in die Tagebuchauf-
zeichnungen aus dem Russlandfeldzug, in die Geschichte ihrer
Vorfahrin sowie in die Recherche rund um Napoleon. Ihr
zweiter und dritter Roman, „Die Rebellin von Mykonos“ und
„Die Schattenjägerin“, folgen, ebenfalls überarbeitet, im
Jahr 2016 im Ammianus-Verlag!

Zum Inhalt

1821 – Die griechische Bevölkerung rebelliert gegen die Herrschaft der Osmanen. Vierhundert Jahre Fremdbestimmung neigen sich dem Ende zu. Mitten in die Wirren des beginnenden Freiheitskampfs wird Mando Mavrojenous hineingezogen,
eine junge Aristokratin, die zunächst nur gegen die Zwänge in ihrem Elternhaus aufbegehrt. Bald aber stellt sie sich als mutige Kämpferin an die Spitze der Rebellen auf ihrer Heimatinsel Mykonos. Sie opfert ihren Brautschatz für die griechische Flotte und findet Anerkennung in einem von Männern geprägten Umfeld. Doch in tiefster Seele bewegt sie etwas anderes: Der leidenschaftliche Hass auf den unbekannten Mörder ihres Vaters und die verbotene Liebe zu ihrem Cousin Marcus. Hin- und hergerissen zwischen Berufung und Gefühlen läuft die junge Griechin Gefahr, alles zu verlieren …

Der erste Satz: „Der Schrei ihrer Mutter klang Mando Mavrojenous noch in den Ohren, als sie über die schmale Gasse an den Schweinen vorbei zum Hafen eilte, um einen Schiffer zu beauftragen, ihre Schwester Irini aus Tinos zu holen.“

Mein Eindruck

Ich lese sehr gern historische Romane und da bisher noch keiner mit griechischen Schauplätzen vertreten war, weckte „Die Rebellin von Mykonos“ mein Interesse.

Da dieser Roman viel Hintergrundwissen über die osmanische Herrschaft und die politischen Wirren um 1821 vermitteln möchte, habe ich zuerst die letzten 30 Seiten gelesen. Dies war zwar interessant, für mich aber zu umfangreich und nicht zum Buch passend.

Der eigentliche Roman spielt auf den griechischen Inseln Tinos, Mykonos und Paros in der Zeit des beginnenden Freiheitskampfes in welchem die junge Adlige Mando sich immer mehr verstrickt. Sie stellt ihr ganzes Vermögen zur Verfügung und steigt zur Spitze der Rebellen auf.

Leider wird die Geschichte um die Befreiung Griechenlands von den Osmanen sehr schnell in den Hintergrund gestellt. Vielmehr wird die heimliche Liebesbeziehung von Mando zu ihrem Cousin Marcus zum Hauptschwerpunkt des Romans. Es gibt etliche erotische Szenen, welche in meinen Augen nicht so recht zum Buch passen. Auch konnte ich zur Romanfigur Mando nicht wirklich eine Beziehung aufbauen, sie handelt sehr egoistisch und schamlos, um eigene Vorteile geltend zu machen.

Mein Urteil

Viele Ansätze sind interessant gewählt: der Freiheitskampf, die verbotene Liebesbeziehung zwischen Mando und Marcus, die örtlichen Schauplätze. Trotzdem konnte ich diesen Roman nicht mit der gewohnten Lesefreude erkunden, denn auch der Schreibstil war an vielen Stellen nicht mein Freund. Auch die vielen ähnlich klingenden Namen verwirrten mich etwas.

Der Roman „Die Rebellin von Mykonos“ konnte mich nicht in seinen Bann ziehen. Meine Erwartungen erfüllten sich nur bedingt, was ich schade finde, da der Titel viel verspricht.

Buchrezension: „Das Vermächtnis von Granada“ von Ulrike Schweikert

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ISBN Nr.   978-3-7645-0398-7    Seiten:   510   Preis:   19,99€ (gebunden, mit Schutzumschlag)

zum Autor

Ulrike Schweikert arbeitete nach einer Banklehre als Wertpapierhändlerin, studierte Geologie und Journalismus. Seit ihrem fulminanten Romandebüt »Die Tochter des Salzsieders« ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen historischer Romane. Ihr Markenzeichen: faszinierende, lebensnahe Heldinnen. Nach ihren beiden großen historischen Jugendromanen »Das Jahr der Verschwörer« und »Die Maske der Verräter« hat die vielseitige Autorin inzwischen ihre erste Fantasy-Saga für Jugendliche verfasst, die auf Anhieb ein Erfolg wurde: »Die Erben der Nacht«. Ulrike Schweikert lebt und schreibt in der Nähe von Stuttgart.

http://www.ulrike-schweikert.de/us_web/?page_id=125

zum Cover

Die bildhafte Umsetzung finde ich gelungen. Man findet die Alhambra, den Palast der Mauren in Granada, im Vordergrund. Außerdem runden viele Ornamente die Gestaltung ab. Es ist genau die Art von Cover, welche mir auffallen und wonach ich mir das Buch aussuche. Titel und grafische Umsetzung passen hier sehr gut zusammen.

zum Inhalt

Auf den Spuren einer jungen Hofdame, die im 15. Jahrhundert an der Seite von Isabel von Kastilien lebte, ist die deutsche Journalistin Isaura mit ihrem Freund Marco auf Recherchereise unterwegs. Die historischen Orte üben eine seltsame Wirkung auf Isaura aus: Immer wieder sieht sie fremdartig gekleidete Gestalten und beobachtet merkwürdige Geschehnisse, die nicht in ihre Zeit zu passen scheinen. Als Isaura und Marco einen jahrhundertealten Palast in Córdoba besichtigen, kommt es zu einem Unfall – Isaura stürzt und verliert das Bewusstsein. Als sie wieder erwacht, scheint sie in einer anderen Welt zu sein …

Mein Fazit

Der erste Satz: “ Isaura schritt langsam dahin.“

Isaura, von Beruf Journalistin, reist nach Spanien, um dort für eine Reportage zu recherchieren. Bei einer Besichtigung in Cordoba stürzt sie und in der Folge davon erwacht sie in einer ihr völlig fremden Umgebung als Hofdame Teresa.

Dieser Roman vereint verschiedene Themen, man lernt viel über die Zeit der Mauren, ist am Hof von Königin Isabel, der Katholischen, zu Gast. Kombiniert wird dies mit einer realistischen Liebesgeschichte und mystischen Elementen, genauer gesagt Zeitreisen. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, doch Ulrike Schweikert versteht es, dieses Thema in Maßen als eine Art Wanderung der Seele einzusetzen und macht es für den Leser nachvollziehbar.

Die unterschiedlichen Handlungsstränge gefielen mir sehr. Die Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart sind fließend. Der historische Teil von „Das Vermächtnis von Granada“ wurde von der Autorin super recheriert. Ich konnte viele Einblicke in das Leben von Isabel von Kastilien bekommen, wobei vielfach die Menschen der damaligen Zeit im Mittelpunkt standen.

Alle Charaktere fand ich super herausgearbeitet. An Isaura gefiel mir besonders, dass sie trotz der Reise in eine andere Zeit stets gewillt war, sich an die gegebenen Umstände anzupassen.

Ulrike Schweikert beschreibt lebendig und bildhaft, so dass man schnell zum Teil der Geschichte wird, deren Ende bis zum Schluss spannend bleibt.

Mein Urteil

Obwohl dieser historische Roman mystische Elemente aufweist, versprüht er eine besondere Magie, welche mich in ihren Bann zog. Ich habe den Roman mit großer Begeisterung gelesen und empfehle ihn auch gern weiter.

Dieser Roman ist der 2.Teil der „La Caminata – Triologie“ und ist auch ohne Vorkenntnisse lesbar.

Bestellen kann man „Das Vermächtnis von Granada“ HIER.

Buchrezension: "Die Fährmannstochter" von Andrea Schacht

Über www.bloggerportal.de  habe ich die Möglichkeit bekommen, diesen historischen  Roman zu lesen und hier möchte ich nun meine Meinung veröffentlichen.

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ISBN Nr.   978-3-442-38255-2     Seiten:   432     Preis:   9,99? (Taschenbuch)

zum Autor

Andrea Schacht war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit »Die elfte Jungfrau« kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie seither mit schöner Regelmäßigkeit immer neu erobert. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in der Nähe von Bonn.

http://www.andrea-schacht.de

zum Inhalt

Brandstiftung in der Domstadt? Bei einem mysteriösen Feuer im Kloster der Machabäerinnen kommt die Oberin zu Tode. Verdächtigt wird eine kranke Pilgerin, die vor einigen Tagen von Myntha, der Tochter des Mülheimer Fährmanns, aus den Fluten des Rheins gerettet wurde. Myntha glaubt nicht an die Schuld der Pilgerin, zumal bekannt wird, dass die Oberin unmittelbar vor ihrem Tod mit einem Mann über die Qualität von Weihrauch gestritten haben soll. Steckt womöglich der düstere Fremde dahinter, der sich vor Kurzem mit einer Schar Kolkraben in der Nähe des Fährhauses einquartiert hat?

Mein Fazit

Der erste Satz: „Myntha erwachte und das Erste, was sie wahrnahm, war der warme, süße Geruch von Weihrauch.“

Dies ist mein erster Roman, welchen ich von der Autorin Andrea Schacht gelesen habe. „Die Fährmannstochter“ ist der Auftakt zu einer Romanserie.

Dadurch werden interessante Geschichten begonnen, man lernt viele verschiedene Personen kennen. Alles dreht sich um die Fährmannstochter Myntha, welche in Mülheim am Rhein lebt und man schreibt das Jahr 1420. Auf mich macht sie einen sehr sympathischen Eindruck. Da sie dem Tod schon mal sehr nahe gewesen ist und der damaligen Zeit entsprechend ein Exorzismus durchgeführt wurde,  schlafwandelt sie und durch den großen Aberglauben der Bevölkerung handelt sie sich damit immer großen Ärger ein und sie wird als Unholdin verachtet.

Man trifft Personen, welche schon in anderen Romanen der Autorin eine Rolle spielten. Doch wenn man so wie ich, diese noch nicht gelesen hat, kommt man trotzdem sehr gut mit den Geschehnissen zurecht.

Der Schreibstil von Andrea Schacht ist der damaligen Zeit entsprechend. Sie schreibt sehr flüssig und läßt vor meinem inneren Augen das Mühlheim und Köln der damaligen Zeit entstehen.

Mit Fortschreiten des Buches entwickeln sich verschiedenste Beziehungen unter den einzelnen Romanfiguren. Und ich erwarte mit Spannung die Fortsetzung. Wer ist die Pilgerin Agnes wirklich? Warum ist der ehemalige Taschendieb Henning, welcher jetzt als Stalljunge bei Frederic Bowman im Dienst steht, so gut erzogen und spricht kein Wort über seine Vergangenheit? Findet Frederic den Feuerteufel, welcher sein Familienglück zerstörte?

Auch scheint sie ein großes Herz für Tiere zu haben. Dieses fließt immer wieder in kleinen Passagen in den Roman ein. Es gab sogar eine Stelle, wo ich zu Tränen gerührt war: in jungen Jahren hat Frederic einen Hund vor einem Tierquäler gerettet. Als er nach vielen Jahren in der Fremde wieder heim kommt, führt sein erster Weg zu ihm. Sein Hund erkennt ihn, humpelt auf Ihn zu, um friedlich in seinen Armen für immer einzuschlafen……

Mein Urteil

Ein rundum gelungener Roman, welchen ich innerhalb weniger Tage durchgelesen habe. Mir gefällt das Leben und Wirken der Fährmannstochter. Andrea Schacht versteht es sehr gut mit ihren geschriebenen Zeilen die Geschichte vor meinem inneren Auge lebendig werden zu lassen.

Natürlich wirft das Buch zum Schluss einige Fragen auf, von den nur wenige beantworten werden und ich freue mich deswegen umso mehr auf die Fortsetzung, welche unter dem Titel „Die silberne Nadel“ Anfang 2016 erscheinen soll.

Wie geht es mit Myntha, Frederic, Agnes und Henning weiter?? (Die  Leseprobe in diesem Buch macht neugierig….)

„Die Fährmannstochter“ kann man unter http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Faehrmannstochter-Historischer-Roman/Andrea-Schacht/e436315.rhd bestellen.

 

Buchrezension: Zorn des Himmels" von Richard Dübell

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Dank www.bloggdeinbuch.de und dem Lübbe Verlag durfte ich den historischen Roman „Zorn des Himmels“ von Richard Dübell lesen.

ISBN Nr. 978-3-7857-2514-6     Seiten:   398     Preis:   19,99

auch als e-book erhältlich

zum Autor

Richard Dübell, geboren 1962, lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen bei Landshut. Nach dem erfolgreichen literarischen Einstieg mit seinen beiden Historienkrimis „Der Tuchhändler“(1999) und „Der Jahrtausendkaiser“ (2000), bescherte ihm sein dritter Roman „Eine Messe für die Medici“ (2002) zum ersten Mal den Sprung auf die Bestsellerliste. Seither zählt er zu den beliebtesten Autoren im Bereich des Historischen Romans. Dübells folgende Bücher reihten sich nahtlos in die Serie seiner Erfolge ein. Richard Dübell ist Träger des Kulturpreises der Stadt Landshut.

www.duebell.de

zum Inhalt

Frankfurt, im Jahre des Herrn 1342. In der Ferne ballen sich dunkle Wolkentürme zusammen, Wetterleuchten erhellt den Himmel und Gerüchte von Überflutungen im Südosten des Reiches kursieren in den Straßen und Gassen der Stadt.

Die junge Fährmannstochter Philippa ahnt nicht, dass der heranziehende Sturm ihr Leben für immer verändern wird. Sie verliebt sich in einen Mann…ein Attentäter, welcher den Kaiser ermorden soll ist unterwegs, doch keiner kennt sein Gesicht….

Und während sich der Zorn des Himmels über Frankfurt entlädt und eine Katastrophe ohne Gleichen einläutet, muss Philippa eine Entscheidung treffen, die über Leben oder Sterben des Kaisers bestimmt …

Mein Fazit

Der erste Satz: „Gottes Zorn entlud sich in der Morgendämmerung.“

Als erstes überzeugt das Cover des Buches. Mir gefällt der Einband sehr und da es sich um eine Hardcover-Version handelt wirkt der Roman robust und gleichzeitig hochwertig und besitzt ein praktisches Lesebändchen.

Ich kannte den Autor bisher überhaupt nicht und war umso gespannter, was für ein Roman mich erwartet. „Zorn des Himmels“ ist ein historischer Roman, welcher vor einem realen Hintergrund spielt. Richard Dübell zeigt die verheerende Flutkatastrophe von 1342 auf, das Magdalenenhochwasser. Dieses wurde zwar nur wenig dokumentiert, doch es hat halb Europa mit seiner brachialen Gewalt erschüttert.

In den ersten Kapiteln lernen wir die verschiedenen Hauptpersonen kennen. Zum einen wäre da die Fährmannstochter Philippa, welche in Franchenfurt, dem heutigen Frankfurt am Main, lebt. Für die damaligen Verhältnisse hat die Halbwaise viele Freiheiten. Gern ist sie mit dem Boot auf dem Fluss unterwegs und kennt ihn wie ihre Westentasche und so ist sie eine der ersten, der auffällt, dass sich eine Katastrophe ankündigt.

Mit jeder Seite fand ich die Geschichte spannender, die Romanfiguren wurden vor meinen inneren Auge regelrecht lebendig. Richard Dübell findet die richtigen Worte, um die verheerende Flutkatastrophe mit ihren Vorboten wie ein riesiger Heuschreckenschwarm oder ein Sandsturm in ihrer ganzen Dramatik darzustellen.

Ebenso fesselt die die Geschichte von Kaiser Ludwig, welcher in Franchenfurt weilt und sich gern als volksnahes Oberhaupt zeigen möchte. Doch damit gerät sein Capitaneus Hilpolt Meester stets in große Bedrängnis, da er für die Sicherheit des Kaisers verantwortlich ist, zumal es Gerüchte über ein Attentat gibt….

Besonders bemerkenswert finde ich den Schreibstil von Richard Dübell. Er beschreibt die Panik, das Leid der Menschen und ihr aller Unvermögen, etwas tun zu können, mit einer exzellenten Wortwahl. Es entwickelt sich eine Dramatik, welche erschüttert und teilweise Angst macht.

Auch die Handlung über die Sicherung von Franchenfurt zum Schutz des Kaisers und die Suche nach dem möglichen Attentäter sind spannend und detailgetreu erzählt. Bis zum Ende weiß man nicht, wer es ist, da neben dem Attentäter auch noch ein Beschützer des Kaisers in der Stadt eintreffen soll…….

Mein Urteil

Für mich ein perfekter historischer Roman, welcher ein geschichtliches Ereignis aufgreift, von dem ich bisher keine Ahnung hatte. Es wird so erschütternd beschrieben, dass man das Gefühl hat, man ist mittendrin im damaligen Geschehen.

Auch die Romanfiguren paßten perfekt zusammen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil es mich gefesselt hat. Die Spannung wurde bis zum letzten Kapitel gewahrt und es zeigt sich erst spät, wer der eigentliche Attentäter ist….

Ich kann das Buch sehr empfehlen, da mir der Schreibstil gefällt und der Buchinhalt überzeugte. Man kann das Buch unter http://www.luebbe.de/Buecher/Historisches/Details/Id/978-3-7857-2514-6
bestellen.